Von dem Gesuch bis zur Einsatzstelle: Wie läuft die Bewerbung für einen Zivildiensteinsatz ab?

Dieser Schritte gehören zum Bewerbungsablauf und müssen jedes Mal getätigt werden, wenn man sich eine neue Einsatzstelle sucht:

  1. Als erstes muss bei der Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI ein Gesuchformular für die Zulassung zum Zivildienst angefordert werden.                                                                                                                          Dieses geht telefonisch ( Tel. +41 58 468 19 85), schriftlich an die Adresse ‘Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI, Malerweg 6, 3600 Thun’ oder digital über die Internetseite www.zivi.admin.ch.
  2. Dieses Formular wird ausgefüllt und mit der Kopie des Passes bzw. der Identitätskarte bei der Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI eingereicht.
  3. Ist das Gesuchformular angekommen, erhält man eine schriftliche Bestätigung sowie Informationsmaterial über den Zivi-Dienst.
  4. Bei Eingang der Bestätigung beginnt die 4-wöchige Bedenkfrist. In dieser soll sich der zukünftige Zivi über den Dienst, die dazugehörige Verantwortung und bevorstehenden Aufgaben beschäftigen, um sicher zugehen, dass er den Dienst auch wirklich leisten möchte.
  5. Nach der Bedenkfrist teilt der zukünftige Zivildienstleistende, ob er sein Gesuch zurückziehen oder es bestehen bleiben soll. Diese Frist sollte man nicht verpassen, denn wer keine Rückmeldung gibt, wird nicht für den Zivildienst zugelassen.
  6. Etwa ein bis zwei Wochen nach der Rückmeldung, ob man den Zivildienst leisten möchte, enthält der Bewerber einen Entscheid über seinen Antrag. In diesem steht, ob man für den Dienst zugelassen wurde oder nicht. In dem Schreiben sind zudem dokumentiert, wie viele und bis wann die Diensttage abzuleisten sind.
  7. Sobald dieser Entscheid ausgehändigt wurde und positiv ausfällt, kann der zukünftige Zivildienstleistende seine Bewerbung nicht mehr zurückziehen!
  8. Nachdem Erhalt des Zulassungsentscheids geht es auf die Suche nach der passenden Einsatzstelle. Die Suche erfolgt über das Einsatzinformationssystem EIS. In dem System sind alle Einsatzstellen mit Aufgabenbeschreibung gelistet.
  9. Es ist ratsam, sich frühzeitig um einen Einsatzbetrieb zu kümmern, denn die Auswahl an Betrieben ist nicht zu jeder Zeit gleich. Zudem muss die Planung der Diensttage mindesten 3,5 Monate vor Einsatzbeginn feststehen.
  10. Bei den Einsätzen, die auf den ersten Blick zusagen, sollte man einen zweiten Blick ins Pflichtenheft werden. Dort stehen alle Voraussetzungen und Pflichten, die mit dem jeweiligen Einsatz verbunden sind. Des Weiteren ist es sinnvoll, sich auch über Tätigkeitsbereich, Einsatzort und -zeit Gedanken zu machen.
  11. Sowie man im Einsatzinformationssystem einen Einsatz gefunden hat, nimmt man Kontakt zu diesem auf, um einen persönlichen Termin zu vereinbaren. Bei diesem stellt man sich vor und hat die Möglichkeit, den Einsatzbetrieb, das Team sowie die Aufgaben persönlich kennenzulernen.
  12. Des Weiteren kann man auch einen kleinen Probeeinsatz vereinbaren. Dieser dauert ein bis fünf Tage.
  13. Ist die Bewerbung erfolgreich abgeschlossen und hat man einen Einsatzbetrieb gefunden, wird der Einsatz zusammen mit dem Zuständigen beim Einsatzbetrieb geplant. In der Planung wird festgelegt, wie viele Diensttage wann geleistet werden. Die Planung erfolgt natürlich in Abstimmung mit der persönlichen Situation des Zivis.
  14. Zusammen mit dem Einsatzbetrieb wird eine Einsatzvereinbarung unterzeichnet. In dieser werden unter anderem Aussagen zur Arbeitszeit, des Weisungsberechtigten sowie der Entschädigung dokumentiert. Diese wird von dem zukünftigen Zivi an das zuständige Regionalzentrum der Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI geschickt.
  15. Die Einsatzvereinbarung muss mindestens 3,5 Monate vor dem Einsatzbeginn dem Regionalzentrum vorliegen. Bei Auslandseinsätzen gilt eine Frist von vier Monaten. Zudem müssen neben der Einsatzvereinbarung noch weitere Dokumente für den Auslandseinsatz abgeliefert werden.
  16. Sobald sie beim Regionalzentrum eingetroffen ist, wird sie geprüft. Sofern alles stimmig ist, erhält der Zivildienstleistende ein Aufgebot und einen Zivildienstausweis. Bevor diese beiden Dokumente nicht eingetroffen sind, darf man den Einsatz nicht beginnen.
  17. Das schriftliche Aufgebot gilt es gründlich zu überprüfen. Wenn man dort Unstimmigkeiten findet, nimmt man direkt Kontakt zum Regionalzentrum auf.
  18. Jetzt ist der komplette Bewerbungsablauf abgeschlossen und der Zivilidienstleistende kann starten!

Allerdings sollte man sich bewusst machen, dass diese Schritte mehrere Male über die Bühne laufen, denn in der Regel erhält man nicht eine Einsatzstelle für alle Diensttage, die man absolvieren muss. Deshalb hier der Tipp:  Immer rechtzeitig nach einer passenden Einsatzstelle suchen und gut planen!

Achtung:

Wer sich als Zivildienst bewerben will, muss zuerst für den Militärdienst zugelassen sein. Die Zulassung erfolgt, nachdem man bei der Rekrutierung teilgenommen hat. Für die Teilnahme wird man schriftlich aufgefordert.

Man kann ein Gesuch für einen Zivildienst auch schon vor der Rekruierung stellen. Allerdings muss man trotzdem bei der Rekrutierung teilnehmen, um die Militärdiensttauglichkeit bestätigt zu bekommen (siehe Voraussetzungen).